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2019-09-23 11:25:46

Thomas Cook ist pleite. Die Bemühungen um Rettung des angeschlagenen britischen Touristikkonzerns sind gescheitert. Ein entsprechender Insolvenzantrag vor Gericht sei bereits gestellt worden, teilte der zweitgrößte Reisekonzern Europas am Montagmorgen mit. Der Flugbetrieb wurde in Großbritannien mit sofortiger Wirkung eingestellt. Tausende Urlauber sitzen fest. Großbritanniens Regierung kündigte die größte Rückführungsaktion seit dem Zweiten Weltkrieg an, um die gestrandeten britischen Urlauber zurückzuholen.

Die Entwicklungen nach der Thomas-Cook-Pleite im Ticker: 

+++ 11.07 Uhr: Reisebüro-Verband warnt nach Thomas-Cook-Pleite vor Geldausfällen für Urlauber +++

Nach der Pleite des Tourismuskonzerns Thomas Cook hat der Verband unabhängiger selbstständiger Reisebüros (VUSR) vor hohen Geldausfällen für Kunden des Konzerns gewarnt. Die gesetzliche Haftung für Pauschalreisen sei auf insgesamt höchstens 110 Millionen Euro beschränkt und reiche bei Weitem nicht aus, sagte die Verbandsvorsitzende Marija Linnhoff. Der Verband habe wegen der sich ankündigenden Pleite bereits im August Hochrechnungen gemacht, wieviel Geld nötig wäre, um die Ansprüche der Kunden zu tilgen. Nach diesen Hochrechnungen seien vermutlich 300 bis 400 Millionen Euro nötig, um geplatzte Pauschalreisen zu ersetzen. Jetzt wird es schwierig, wenn die Kunden Geld haben wollen , sagte Linnhoff.

+++ 10.52 Uhr: Türkei stellt nach Thomas-Cook-Pleite Kreditpaket in Aussicht +++

Nach der Pleite des Reisekonzerns Thomas Cook hat das türkische Tourismusministerium ein Unterstützungspaket für betroffene heimische Unternehmen in Aussicht gestellt. Das Paket werde in kürzester Zeit verabschiedet, teilte das Ministerium in Ankara via Twitter mit. Details wurden zunächst nicht genannt. In der Türkei seien 21.033 Reisende mit Thomas Cook England untergekommen, hieß es weiter. Hotels dürften keine Zahlungen von Gästen verlangen oder sie dazu auffordern, ihre Zimmer zu räumen, sonst drohten ihnen gerichtliche Konsequenzen. Die Zahlungen von Reisenden, die bis 22. September eine Unterkunft gebucht hatten, seien abgesichert.

+++ 9.50 Uhr: Condor darf Thomas-Cook-Urlauber nicht zu ihrem Reiseziel bringen +++

Die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor darf aus rechtlichen Gründen Urlauber, die mit Thomas-Cook-Veranstaltern gebucht haben, nicht mehr an ihr Reiseziel bringen. Die deutsche Thomas Cook hatte nach der Insolvenz der britischen Mutter mitgeteilt, man könne nicht gewährleisten, dass gebuchte Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September stattfinden. Wir dürfen Sie daher für Ihren Flug nicht annehmen, was uns außerordentlich leid tut , teilte Condor am Montag mit. Den Flugbetrieb hält der Ferienflieger aber aufrecht.

+++ 9.45 Uhr: Pilotengewerkschaft: Thomas-Cook-Mitarbeitern in Rücken gestochen +++

Nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hat die Pilotengewerkschaft Balpa schwere Vorwürfe gegen die britische Regierung erhoben. Während es für die Rückholaktion betroffener Urlauber detaillierte Pläne gebe, wurde der Belegschaft ohne Zögern in den Rücken gestochen , hieß es in einer Mitteilung vom Montag. Von der Insolvenz sind weltweit etwa 21.000 Beschäftigte betroffen, davon rund 9000 in Großbritannien.

+++ 9.28 Uhr: 140.000 Reisende mit deutschen Thomas-Cook-Veranstaltern im Urlaub +++

Derzeit sind 140.000 Touristen mit deutschen Reiseveranstaltern von Thomas Cook im Urlaub. Zudem seien für Reisen mit Abreisen heute und morgen rund 21.000 Gäste gebucht , teilte die Thomas Cook GmbH mit Sitz in Oberursel am Montag auf Nachfrage mit. Die deutschen Veranstaltertöchter, zu denen Marken wie Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook Signature gehören, haben den Verkauf von Reisen nach eigenen Angaben komplett gestoppt.

+++ 9.08 Uhr: Pleite von Thomas Cook Erdbeben Stärke 7 für griechischen Tourismus +++

Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook schockiert den griechischen Tourismussektor. Das ist ein Erdbeben der Stärke 7, und der Tsunami kommt erst noch , sagte am Montag der Präsident des kretischen Tourismusverbands, Michalis Vlatakis, griechischen Medien. So hätten auf Kreta rund 70 Prozent aller Tourismusunternehmen Verträge mit dem Reise-Riesen. Allein 2019 habe Thomas Cook gut 400.000 Besucher nach Kreta gebracht. Derzeit sind noch etwa 20.000 da , sagte Vlatakis. Nun gelte es, diese Kunden bestmöglich zu versorgen, damit sie Kreta auch künftig treu blieben.

+++ 4.02 Uhr: Reisekonzern Thomas Cook meldet Insolvenz an +++

Der britische Reisekonzern Thomas Cook hat sich für insolvent erklärt. Trotz beträchtlicher Bemühungen bei Gesprächen über eine Rettung des 178 Jahre alten Traditionsunternehmens sei keine Einigung erzielt worden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Verwaltungsrat habe deshalb beschlossen, dass er keine andere Wahl habe, als mit sofortiger Wirkung Schritte zur Zwangsauflösung einzuleiten, hieß es weiter.


stern.de
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